BERLIN (dpa-AFX) – Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht im Abzug eines deutschen Diplomaten aus Nordkorea eine "nicht sinnvolle symbolische Konzession" gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump. Die weitergehende US-Forderung nach dem Abzug des deutschen Botschafters wies der CDU-Politiker in der "Heilbronner Stimme" (Freitag) als sinnlos und kontraproduktiv zurück – "denn es gibt nur eine politisch-diplomatische Möglichkeit zu verhindern, dass der nordkoreanische Diktator eine weitreichende atomare Rakete erwirbt. Die USA sollten darum froh sein, dass sie Freunde und Alliierte mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea haben", sagte Röttgen.

Als Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem ostasiatischen Land ein. Außenminister Sigmar Gabriel hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Washington den Abzug eines deutschen Diplomaten – aber nicht des Botschafters – aus der Hauptstadt Pjöngjang angekündigt. Gleichzeitig sei Nordkorea aufgefordert worden, einen Botschaftsmitarbeiter aus Berlin zurückzubeordern. "Der diplomatische Druck wird also erhöht, andere in Europa tun das auch", sagte Gabriel nach einem Gespräch mit US-Außenminister Rex Tillerson. Einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen lehnt er aber weiter ab./rh/DP/zb