ROM (dpa-AFX) – Die Regierungsbildung in Italien ist in der entscheidenden Phase: Die Chefs der fremdenfeindlichen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Partei trafen sich auch in der Nacht zu Montag noch zu Gesprächen. Dabei ging es auch um die Frage, wer der nächste Ministerpräsident wird.

Das Treffen mit dem Lega-Chef Matteo Salvini sei gut verlaufen, sagte Sterne-Anführer Luigi Di Maio. "Die letzten Details dieser Regierung" seien definiert worden.

Es wird erwartet, dass die Parteien noch an diesem Montag Staatspräsident Sergio Mattarella über ihre Pläne informieren. Dieser muss dann der Regierung seinen Segen geben. Damit wäre das mehr als zwei Monate lange Gerangel auf der Suche nach einer Regierung vorbei.

Die Sterne sind als Anti-Establishment-Partei groß geworden und haben vor allem den Kampf gegen die alte politische Klasse auf ihre Fahnen geschrieben. Sie gelten als europakritisch, auch wenn Di Maio einen sanfteren Kurs gegen Brüssel eingeschlagen hat. Die Lega hat sich unter Salvini von einer Partei, die einst die Abspaltung des reichen Nordens vom armen Süden Italiens zum Ziel hatte, zur ausländerfeindlichen Bewegung auf nationaler Ebene entwickelt. Salvini hatte im Wahlkampf verkündet, Italien vom Brüsseler "Diktat" zu befreien.

Beide Parteien sind von Grund auf verschieden und sind noch nie ein Bündnis miteinander eingegangen. Auch daher wird die Regierungsbildung mit großer Skepsis gesehen./reu/DP/stw