ISLAMABAD (dpa-AFX) – In den jüngsten Skandal um mögliche Steuertricks prominenter Persönlichkeiten mithilfe von Briefkastenfirmen und Offshore-Konten ist wieder ein prominenter pakistanischer Politiker verwickelt. Nachdem wegen der "Panama Papers"-Enthüllungen bereits Premier Nawaz Sharif des Amtes enthoben wurde, taucht dieses Mal der Name einer seiner Vorgänger im neuen, "Paradise Papers" getauften Datenleck mit Dokumenten aus Steueroasen auf.

Shaukat Aziz, der von 1999 bis 2007 Finanzminister und von 2004 bis 2007 gleichzeitig Ministerpräsident war, soll demnach vor seiner Zeit als Staatsdiener mithilfe der auf den Bermudas ansässigen Anwaltskanzlei Appleby den "Antarctic Trust" aufgesetzt haben. Den habe er aber dem Staat nicht offengelegt, heißt es auf der Webseite des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ), das die Daten sortiert, weiter recherchiert und Sonntagnacht veröffentlicht hat.

Vermögen in Offshore-Firmen zu halten, ist nicht unbedingt strafbar. Anwälte von Shaukat in den USA sagen laut pakistanischen Medien, er habe alle Steuern gezahlt, die er schulde. Die Firma Appleby betont, auf legale Offshore-Praktiken zu setzen. In Pakistan können Politiker aber gefeuert werden, wenn sie Vermögenswerte verstecken.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", die dem ICIJ angehört, tauchen in den rund 13,4 Millionen "Paradise Papers"-Dokumenten die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf, dazu die von Unternehmern und Sportlern./zik/DP/she