BERLIN (dpa-AFX) – Die meisten im Ausland tätigen deutschen Unternehmen erwarten für das laufende Jahr gute Geschäfte, aber die Sorgen wegen der US-Politik gegenüber Russland und dem Iran schlagen aufs Gemüt. "Das ist ein enormes Damoklesschwert", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Freitag in Berlin. Denn wegen des US-Sanktionsrechts würden von den neuen Sanktionen auch deutsche Unternehmen getroffen, wenn diese zum Beispiel im Iran Geschäfte machen und zugleich in den USA auch tätig sind. Zudem müssten dann US-Unternehmen mit diesen Unternehmen ihre Geschäfte zurückfahren.

Bei einer Befragung von rund 5000 deutschen Unternehmen, die in insgesamt 92 Ländern tätig sind, ergibt sich für 2018 aber eine positive Stimmung: 40 Prozent der Unternehmen erwarten in ihren Ländern eine bessere Konjunkturentwicklung, 50 Prozent ein gleichbleibendes Niveau und nur zehn Prozent eine Eintrübung. Allerdings flossen in die Umfrage der DIHK noch nicht die neuesten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump ein, das Atomabkommen mit dem Iran zu verlassen – und neue Sanktionen gegen Iran zu verhängen.

Zuvor schon hatten neue US-Sanktionen unter anderem gegen den russischen Aluminium-Oligarchen Oleg Deripaska deutsche Unternehmen getroffen – wenn sie weiter Geschäfte mit dem Konglomerat Deripaskas machen, müssen sie Strafen fürchten. Dreier betonte, man gehe für 2018 von einem Wachstum beim Welt-Bruttoinlandsprodukt von vier Prozent aus. Besonders in den USA erwarten die Unternehmen bessere Geschäfte. "Die USA glänzen mit der Unternehmenssteuerreform". Sorgen bereiteten dagegen besonders die Geschäfte in der Türkei, Russland und Argentinien, das gerade in eine neue Währungskrise schlittere./ir/DP/she