WIEN (dpa-AFX) – Der Begriff "Negativzinsen" ist von der Wiener Börse zum "Börsenunwort" des Jahres 2017 gekürt worden. Dahinter kamen "Bitcoin" und "Trump-Effekt". Befragt wurden für die erstmals erstellte Reihung rund 1000 Branchenvertreter, wie die Wiener Börse am Donnerstag mitteilte.

Der Begriff "Negativzinsen" habe sich aufgrund der dramatischen Auswirkungen für den österreichischen Sparer an die Spitze des Rankings gesetzt. "Bitcoin" sei intensiv als Unwort genannt worden, vor allem "wegen eines Widerspruchs in der steuerlichen Behandlung durch den Staat". Denn Kryptowährungen werden in Österreich als digitales Gut gesehen, der Handel mit diesen ist umsatzsteuer- und – nach Ablauf einer einjährigen Spekulationsfrist – kapitalertragssteuerfrei. Bei realen Werten wie Aktien sehe der Gesetzgeber hingegen eine Kapitalertragssteuer von 27,5 Prozent vor.

Beim "Trump-Effekt" gehe es den Finanzspezialisten insbesondere darum, dass die Politik dominierender Faktor für die Entwicklung eines Finanzmarktes bleibe. Das sei spätestens dann klar geworden, als Trump "durch einen sorglosen Kommentar die Staatsanleihen Puerto Ricos auf Talfahrt schickte"./tsk/itz/APA/das