BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) – In der Metall- und Elektroindustrie droht ein Streit um massenhafte Arbeitszeitverkürzungen der Beschäftigten. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnte am Dienstag vor möglichen Personallücken in den Betrieben, wenn ab dem kommenden Jahr zu viele Mitarbeiter die tariflich vereinbarten Verkürzungsmöglichkeiten wahrnehmen wollten. Die Anmeldefrist für die im Februar beschlossenen Arbeitszeitmodelle läuft an diesem Mittwoch (31. Oktober) aus.

Nach dem Tarifvertrag müsse jeder Freistellungstag im Betrieb von einem gleich qualifizierten Mitarbeiter durch längere Arbeitszeiten ausgeglichen werden, erklärte ein Gesamtmetall-Sprecher auf Anfrage in Berlin. "Der große Fachkräftemangel und die gute Auftragslage erzwingen das leider aktuell. Die Unternehmen können schlicht kein Arbeitszeitvolumen hergeben." Die Betriebsparteien bemühten sich um Lösungen, um Freistellungstage und deren Ausgleich zu organisieren. "Der Arbeitgeber hat aber nach dem neuen Tarifvertrag das Recht, Anträge schlicht abzulehnen, wenn keiner länger arbeiten will."

Im Kern geht es für Zehntausende Beschäftigte um die Möglichkeit, für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren auf nur noch 28 Wochenstunden (verkürzte Vollzeit) zurückzugehen. Die zweite Komponente sind acht zusätzliche freie Tage pro Jahr für bestimmte, besonders belastete Personengruppen. Eltern junger Kinder im Alter von bis zu acht Jahren, Schichtarbeiter und Beschäftigte, die Angehörige zu Hause pflegen, können die freien Tage erhalten, wenn sie im Gegenzug auf die 2019 erstmals fällige tarifliche Sonderzahlung verzichten./ceb/DP/zb