FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach einer Trendwende im Handel mit Russland fürchten Deutschlands Maschinenbauer angesichts der Sanktionen der EU und der USA wieder um ihre Geschäfte. "Besonders jetzt, wo sich die russische Wirtschaft dank des Ölpreises langsam erholt, werden europäische Hersteller durch die Sanktionen ins Hintertreffen geraten", warnte Ulrich Ackermann vom Branchenverband VDMA am Mittwoch.

2017 waren die Exporte in das Land den Angaben zufolge erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Die Hersteller lieferten Maschinen und Anlagen "Made in Germany" im Wert von 5,3 Milliarden Euro – 22,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Durch das US-Sanktionspaket von 2017 befürchten die Maschinenbauer wachsende Schwierigkeiten bei der Finanzierung und Absicherung von Russlandgeschäften. "Die Anzeichen dafür mehren sich", sagte der VDMA-Außenwirtschaftsexperte. Die Folgen der jüngsten US-Strafmaßnahmen seien derzeit noch nicht absehbar. "Die Verunsicherung dürfte aber weiter wachsen."

Russland liegt aktuell auf Platz 9 der wichtigsten Absatzmärkte deutscher Maschinenbauer. Vor allem die Konkurrenz aus China hat den Angaben zufolge in den letzten Jahren deutlich aufgeholt.

Insgesamt schnitt die exportorientierte Branche im vergangenen Jahr besser ab als zunächst berechnet. Dank der starken Nachfrage vor allem aus dem Ausland wuchs die Produktion nach fünf schwachen Jahren preisbereinigt (real) um 3,9 Prozent. Zunächst war der VDMA von einem Plus von 3,1 Prozent ausgegangen./mar/DP/das