KUALA LUMPUR/SYDNEY (dpa-AFX) – Zwei mit Spannung erwartete Zinsentscheidungen pazifischer Anrainerstaaten sind am Dienstag uneinheitlich ausgefallen. Während die Zentralbank Malaysias ihren Leitzins erstmals seit dem Jahr 2016 reduzierte, hielt die Notenbank Australiens ihren Leitzins zur Überraschung mancher Beobachter konstant. Die Währungen der beiden Länder reagierten unterschiedlich: Der malaysische Ringgit zeigte keine starke Reaktion, der australische Dollar wertete gegenüber vielen anderen Währungen auf.

Die Notenbank Malaysias reduzierte ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent, wie die Währungshüter in Kuala Lumpur mitteilten. Nur eine knappe Mehrheit befragter Bankökonomen hatte den Schritt erwartet. Die Zentralbank begründete ihre Entscheidung mit heimischen und globalen Wachstumsrisiken, Handelsstreitigkeiten sowie der schwachen Entwicklung im Rohstoffsektor. Malaysia ist nach Indien das zweite größere asiatische Land, das in diesem Jahr seine Zinsen reduziert.

Die Notenbank Australiens beließ ihren Leitzins dagegen auf 1,5 Prozent. Analysten waren sich im Vorfeld uneinig, ob die Zentralbank ihren Zins reduziert oder nicht. Für eine lockere Geldpolitik spricht aus Expertensicht das schwächere Wirtschaftswachstum, die verhaltene Inflation und der schwächelnde Häusermarkt. Dagegen spricht vor allem der solide Arbeitsmarkt. Zentralbankchef Philip Lowe kündigte an, die weitere Entwicklung genau zu beobachten.

Die pazifische Region leidet wie die restliche Welt unter einem Reigen politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Dazu zählt in erster Linie der Handelsstreit zwischen den USA und China, der sich zuletzt wieder zugespitzt hat. Viele asiatische Länder sind wie auch Australien stark vom Handel mit den beiden Wirtschaftsriesen abhängig./bgf/jsl/fba