SIBIU (dpa-AFX) – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat zu einem geschlossenen Einsatz für den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran aufgerufen. Der Atomdeal sei nicht ausreichend und sollte um Absprachen für die Zeit nach 2025 sowie zum ballistischen Raketenprogramm und zu den regionalen Aktivitäten des Irans ergänzt werden, sagte Macron am Donnerstag am Rande des EU-Gipfels im rumänischen Sibiu. Frankreich wolle aber dennoch an dem derzeitigen Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atomwaffe festhalten. "Der Iran muss in diesem Abkommen bleiben und wir müssen alle darauf hinarbeiten, dass er bleibt", sagte Macron. Man dürfe nun nicht in die Eskalation abrutschen.

Der Iran hatte am Mittwoch angekündigt, sich nicht mehr an einige Bestimmungen des Atomabkommen gebunden zu fühlen. Grund ist, dass wegen US-Sanktionsdrohungen kaum noch ausländische Unternehmen mit dem Iran Geschäfte machen wollen. Dem Iran war für den Verzicht auf sein Atomprogramm allerdings die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen versprochen worden.

Die USA waren vor einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, weil sie den Iran für einen Unruhestifter und Unterstützer von Terrorismus in der Region halten. Die Europäer sehen die Rolle des Irans in der Region ebenfalls sehr kritisch. Sie wollen allerdings das Atomabkommen mit dem Land erhalten und verweisen darauf, dass der Iran bislang alle schriftlich eingegangenen Verpflichtungen einhält./aha/DP/mis