BERLIN (dpa-AFX) – Die Linken haben eine schnellere und unbürokratischere Bearbeitung von Eltern-Kind-Kuren angemahnt. "Rehamaßnahmen müssen schnell entschieden werden. Verzögerung macht nicht selten chronisch krank", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion, Sabine Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur. "Rehabilitation ist – wie Prävention – ein gesetzlicher Anspruch der Versicherten. Wenn Eltern und Kinder jedoch eine Auszeit brauchen, beginnt oft ein bürokratischer Kampf mit den Krankenkassen."

Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage stellten im vergangenen Jahr 152 086 Familien einen Antrag auf eine so genannte Mutter-/Vater-Kind-Kur. Das sind über 5000 Erstanträge mehr als 2015. Dennoch ist die Gesamtzahl der Erstanträge seit 2014 (158 962) gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Ablehnungen seit 2014 um 5391 auf 23647, also um 29,5 Prozent.

Um mehr als 4000 Fälle wuchs seit 2014 auch die Zahl der unerledigten Anträge aus den Vorjahren auf 14 802. Dabei war es von 2008 bis 2013 gelungen, die unerledigten Anträge von 14 737 auf 8673 Anträge zu drücken.

Von 2008 bis 2011 lag die Zahl der abgelehnten Anträge laut Regierungsantwort zwischen 37 000 und gut 43 000. Ab 2012 sei die Antragsstatistik grundlegend überarbeitet worden. Ablehnungen würden seither daraufhin unterschieden, ob sie aus medizinischen oder sonstigen Gründen geschahen. Seither sind die Ablehnungen laut Regierung auf etwas mehr als 17 000 gesunken (2013) und stiegen dann wieder auf mehr als 23 600.

Zimmermann sagte: "Wer den Widerspruch scheut, wird aussortiert. Das ist Kostendämpfungspolitik auf dem Rücken der schwächsten Versicherten. Viel Vertrauen der Kostenträger in die diagnostische Kompetenz der Ärztinnen und Ärzte scheint es auch nicht zu geben." Familie und Beruf seien für viele Menschen kaum vereinbar. "Mit den negativen Folgen dieser gesundheitsbelastenden Politik werden die Familien dann auch noch allein gelassen. Dem Dogma des Wettbewerbs der Krankenkassen sei Dank."/rm/DP/men