BERLIN (dpa-AFX) – CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angesichts des auch unionsinternen Streits über eine CO2-Steuer europäische und globale Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel verlangt. In Europa liege beim Klimaschutz "eine Lösung, die Regelungswirkung entfaltet, die ökonomisch sinnvoll ist und im Übrigen auch sozialverträglich und damit akzeptabel ist", sagte Kramp-Karrenbauer am Montag bei der Vorstellung des Buches "Europa kann es besser" von "Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe und dem Politikchef der Zeitung, Thomas Sigmund, in Berlin. Sie nannte als Mittel einen transparenten Emissionshandel und ein vernünftiges Zertifikatesystem.

Es wundere sie beim Thema CO2, "wie schnell wir auf nationale Lösungen gehen", sagte Kramp-Karrenbauer. "Wenn es ein Thema gibt, das aus meiner Sicht wirklich global und europäisch angegangen werden muss, dann ist es das Thema unserer gemeinsamen Anstrengungen gegen den Klimawandel". Die CDU starte ohne Denkverbote in die Diskussion, aber mit klarem Fokus auf das Thema Emissions- und Zertifikatehandel sowie steuerliche Unterstützung und Anreize. "Unser erster Fokus ist nicht die vermeintlich leichte Antwort zu sagen, wir erhöhen irgendwo die Steuern."

Die CDU wolle die Klimaschutzziele "auch über die Steuerungswirkung des Preises erreichen", sagte Kramp-Karrenbauer. Dabei rede man aber über unterschiedliche Dinge wie den Emissions- und Zertifikatehandel, Abgaben und steuerliche Erleichterungen sowie Innovationen oder Energievermeidung im Wärmesektor.

Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende auf einer CDU-Veranstaltung in Halle gesagt, hinter einer CO2-Steuer verberge sich nichts anderes als eine stärkere Belastung für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas. Vize-Parteichef Armin Laschet und der Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus hatten sich davon distanziert./bk/DP/edh