BERLIN (dpa-AFX) – Die Union sollte nach Ansicht von Fraktionschef Volker Kauder (CDU) auch in einer möglichen Jamaika-Koalition den Finanzminister stellen. "Ich wünsche mir, dass das Finanzministerium bei uns bleibt", sagte Kauder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Union könne hier aber keine rote Linie ziehen. Am Ende müssten sich die Parteichefs über die Posten verständigen.

Der bisherige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll Bundestagspräsident werden. Kauder mahnte: "Wir müssen Schäubles Erbe bewahren. Ich bin zuversichtlich, dass die schwarze Null ein gemeinsames Jamaika-Ziel wird."

Kauder forderte ferner eine Bildungsoffensive. "Das kann das große Projekt der gesamten Koalition werden", sagte der CDU-Politiker. Zudem müsse eine Regierung aus Union, FDP und Grünen "die Grundlagen schaffen, dass unsere Wirtschaft weiter wächst". Besonders gefördert werden müsse ferner der ländliche Raum, wo sich viele Menschen abgehängt fühlen.

Mit Blick auf die kommende Woche beginnenden Sondierungen mit FDP und Grünen mahnte Kauder Kompromissbereitschaft auf allen Seiten an. Alle Beteiligten beträten Neuland. "Alle müssen sich damit zurechtfinden und sich in den nächsten Wochen die Frage eindeutig beantworten: Wollen wir diese Koalition wirklich?" Die Antwort werde nur positiv ausfallen, wenn Vertrauen aufgebaut werde. "Wir müssen ja nicht gleich Freunde werden", erklärte Kauder.

Er steht seit 2005 an der Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und wurde nach der Bundestagswahl mit nur 77,3 Prozent im Amt bestätigt./shy/DP/stk