BERLIN/BREMEN (dpa-AFX) – Die Jungen Liberalen verlangen eine ernsthafte Klimadebatte in der FDP und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der "Fridays-for-Future"-Bewegung. "Wir finden nicht, dass es reicht, zu lamentieren, dass die Schülerinnen und Schüler doch in den Unterricht gehen sollen. Das ist eher ein Nebenkriegsschauplatz", sagte die Juli-Vorsitzende Ria Schröder der Deutschen Presse-Agentur.

Schulpflicht sei wichtig. "Aber man muss sich inhaltlich mit den Forderungen der jungen Menschen auseinandersetzen."

Schröder steht seit 2018 an der Spitze der FDP-Nachwuchsorganisation. Beim Bundeskongress, der an diesem Freitag in Bremen beginnt, stellt sie sich zur Wiederwahl. Einen Gegenkandidaten hat sie bislang nicht.

Die Julis sähen, dass beim Klimaschutz etwas getan werden müsse, sagte Schröder. "Wir wollen eine konstruktive Debatte auch in der FDP darüber führen, wie man mit marktwirtschaftlichen und innovationsorientierten Mitteln Klimaschutz betreiben kann – im Gegensatz zu so einer Verbotspolitik, wie sie andere Parteien planen." Eine solche Debatte vermisse sie in der FDP "mehr oder weniger". Auch die Bundesregierung sehe hier ziemlich blass aus.

Schröder sprach sich dafür aus, die Parteiarbeit zu modernisieren – auch um mehr Frauen anzusprechen. Mitarbeiten müsse einfacher werden. "Es wäre zum Beispiel schön, wenn es eine Mischung aus online und offline gibt, wenn man also die Möglichkeit hat, bei einer Sitzung dabei zu sein, auch wenn man nicht vor Ort sein kann."

Es müsse auch nicht immer der "typische Stammtisch jeden Mittwochabend um 20 Uhr in der Kneipe um die Ecke" sein. Für einen Brunch am Wochenende hätten vielleicht auch Mütter Zeit. Und gemeinsam an Anträgen arbeiten könne man auch über Tools. "Da gibt es viel Potenzial an kleinen Stellen. Und dann sind es ganz handfeste Sachen wie Kinderbetreuung beim Parteitag, die einen manchmal davon abhalten, vor Ort dabei zu sein", sagte die Juli-Vorsitzende.

Die Jungen Liberalen wollen laut Schröder bei ihrem Bundeskongress auch eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre fordern./sk/DP/zb