TOKIO (dpa-AFX) – Japan und Indien wollen ihre Beziehungen angesichts zunehmender Sorgen über Handelsspannungen und die Sicherheitslage in der Region weiter festigen. Im Anschluss an seine Gespräche in China empfing der japanische Regierungschef Shinzo Abe am Sonntag seinen indischen Kollegen Narendra Modi in einem Ferienort am Fuße von Japans heiligem Berg Fuji. Nach der Besichtigung einer Fabrik des Roboterherstellers Fanuc in der nahe Tokio gelegenen Provinz Yamanashi kam Modi die Ehre zu, als erster ausländischer Regierungschef in Abes dortiges Feriendomizil eingeladen zu sein.

Am Montag kommen die beiden asiatischen Regierungschefs zu formellen Gesprächen in Tokio zusammen. Dabei dürfte das wachsende Machtstreben Chinas in der Region ein wichtiges Thema sein. Die Partnerschaft zwischen Japan und Indien habe sich zu einer "speziellen strategischen und globalen Partnerschaft" entwickelt, sagte Modi der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vor seinem Besuch. Es gebe in den Beziehungen beider Länder "nichts Negatives, sondern nur Chancen", so Modi weiter.

Modi will, dass sich die Staaten gegen Protektionismus und regionale Spannungen enger zusammenschließen. Vor dem Hintergrund der Ambitionen Chinas, das zunehmend wichtige See- und Handelswege in der indisch-pazifischen Region kontrolliert, will Indien mit Japan die "strategische Allianz" der Marinen der beiden Staaten stärken. Zudem sind gemeinsame Heeresmanöver geplant. Japan ist für Indien außerdem ein wichtiger Wirtschaftspartner in der Region.

Unmittelbar vor dem Treffen mit Modi hatte Abe bei seinem ersten bilateralen Besuch in China gleich mehrere Kooperationsabkommen mit dem benachbarten Riesenreich unterzeichnet. Während die Regierung von US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit den Druck sowohl auf China als auch auf Japan erhöht, versuchen beide, als Gegengewicht ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit deutlich auszubauen./ln/DP/he