FRANKFURT (dpa-AFX) – Italiens Finanzmärkte haben am Montag mit starken Kursgewinnen auf das Bekenntnis des neuen Finanzministers Giovanni Tria zum Euro und zu Strukturreformen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone reagiert. Im Vormittagshandel kam es zu einem Höhenflug bei Kursen für italienischen Staatsanleihen, während es im Gegenzug mit den Risikoaufschlägen stark nach unten ging. Auch an der Aktienbörse in Mailand zeigten sich kräftige Kursgewinne, wobei vor allem Bank-Aktien profitierten.

In einem Interview mit der Zeitung “Corriere della Sera” vom Wochenende stellte sich Tria klar hinter den Euro. Außerdem machte der Finanzminister deutlich, dass die neue Regierung das Wachstum durch Investitionen und Strukturreformen ankurbeln will und nicht durch eine Erhöhung der Schulden.

Italien hat bereits eine vergleichsweise hohe Verschuldung. Angst vor einem Ausscheren des Landes aus dem Euroraum und einem großen Konjunkturprogramm auf Pump durch die Regierungskoalition aus den populistischen Parteien Lega und 5-Sterne hatte italienische Wertpapiere zeitweise stark belastet.

Am Montagvormittag zeigte sich eine breitangelegte Gegenbewegung nach dem jüngsten Ausverkauf. Die Kurse italienischer Staatsanleihen legten deutlich zu. Im Gegenzug fiel die Rendite für zehnjährige Anleihen um 0,19 Prozentpunkte auf 2,92 Prozent. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren fiel die Rendite im freien Handel um 0,40 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent.

Starke Kursgewinne gab es am Vormittag auch im Aktienhandel an der Mailänder Börse. Mit einem Plus von knapp 2,5 Prozent ging es für den italienischen Leitindex FTSE MIB nach oben. Besonders gefragt waren Aktien italienischer Banken. Die Papiere von Intesa Sanpaolo gewannen 4,43 Prozent, und für Unicredit ging es um mehr als 5 Prozent nach oben.

Außerdem wurde der Kurs des Euro durch die Aussagen aus Italien gestützt. Allerdings legte der Kurs der Gemeinschaftswährung nur leicht zu und hielt sich zuletzt in der Nähe von 1,18 US-Dollar./jkr/jsl/stw