DUBLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die britische Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gehen mit verhaltenem Optimismus in die Brexit-Gespräche am Montagmittag. Bei einem gemeinsamen Mittagessen wollen sie eine Zwischenbilanz ziehen. Ein Durchbruch sei erreichbar, hieß es vorab.

Bis Montagmorgen war nach irischen Regierungsangaben aber noch kein Kompromiss in der Frage der Ausgestaltung der neuen EU-Außengrenze erzielt worden. "Es ist sehr schwer, eine Vorhersage zu machen", erklärte ein Beamter. Das EU-Mitglied Irland will eine feste Grenze zum britischen Nordirland nach dem für 2019 geplanten EU-Austritt vermeiden und fordert dazu schriftliche Garantien aus London.

Bewegung hatte es zuletzt in zwei anderen Kernpunkten gegeben: Bei den künftigen Rechten der etwa 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und bei der Schlussrechnung Großbritanniens für die während der EU-Mitgliedschaft gemeinsam eingegangenen Finanzverpflichtungen.

Allerdings sieht die Europäische Volkspartei (EVP) im Europaparlament auch bei den Garantien für die EU-Bürger noch nicht alle Fragen gelöst. Dies und die offene irische Frage machten ihm Sorgen, erklärte EVP-Fraktionschef Manfred Weber am Montag auf Twitter. "Wenn es keine klare Zusagen gibt, wird die EVP-Gruppe nicht bereit sein, die gemachten Fortschritte als ausreichend für den Start der zweiten Verhandlungsphase zu betrachten."

Die EU-Kommission will am Mittwoch beurteilen, ob die Fortschritte in allen drei Trennungsfragen ausreichend sind. Gibt sie eine entsprechende Empfehlung, könnten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche die Ausweitung der Brexit-Verhandlungen einläuten. Dann soll es um enge Handelsbeziehungen und eine mehrjährige Übergangsphase gehen./vsr/DP/das