MÜNCHEN (dpa-AFX) – Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich zu Jahresbeginn deutlich verschlechtert. Der Indikator vom Münchner Ifo-Institut fiel im ersten Quartal von 6,6 auf minus 11,1 Punkte, wie die Wirtschaftsforscher am Montag mitteilten. Er liegt damit erstmalig seit dem Jahr 2014 wieder unter der Nullmarke. Die befragten Experten bewerten sowohl die aktuelle Lage als auch die Konjunkturaussichten pessimistischer. "Das Tempo des Wirtschaftswachstums im Euroraum dürfte sich verlangsamen", kommentierte das Info-Institut.

Besonders pessimistisch bewerten die Befragten aus Frankreich und Belgien die Konjunktur. Die Erwartungen in Frankreich seien regelrecht abgestürzt, hieß es vom Ifo. Vermutlich ist dies eine Folge der Gelbwesten-Proteste gegen Präsident Emmanuel Macron. In Italien habe sich die Lagebeurteilung erneut eingetrübt und liege am tiefsten von allen Euroländern. Die künftigen Erwartungen hätten sich jedoch nicht mehr verschlechtert. Auch Deutschland könne sich dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen.

Die befragten Experten seien zunehmend pessimistisch für die künftigen Exporte, die Investitionen und den privaten Konsum. Das Ifo-Wirtschaftsklima basiert auf einer vierteljährlichen Umfrage unter Wirtschaftsexperten aus mehreren Ländern. Für das erste Quartal wurden 411 Fachleute befragt./bgf/jkr/mis