MÜNCHEN (dpa-AFX) – Das Ifo-Institut überarbeitet seinen Geschäftsklimaindex, das wichtigste Stimmungsbarometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. "Die Dienstleister werden ab April integriert in den Gesamtindex. Sie repräsentieren mittlerweile den größten Teil der deutschen Wirtschaft", sagte der Leiter der Befragungen bei dem Institut, Klaus Wohlrabe, am Montag in München.

Bisher haben die Forscher für den Geschäftsklimaindex jeden Monat bei rund 7000 Industrie-, Bau-, Groß- und Einzelhandelsunternehmen ermittelt, wie diese ihre aktuelle Geschäftslage und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate einschätzen. Daneben befragten sie seit 2005 auch 2500 Dienstleistungsunternehmen und errechneten daraus einen zweiten Geschäftsklimaindex für den Dienstleistungssektor. "Wir tragen der gestiegenen Bedeutung der Branche nun direkt im Index Rechnung", erklärte Wohlrabe.

Zugleich bestimmten die Wirtschaftsforscher das Basisjahr 2015 zum neuen Vergleichsmaßstab mit 100 Punkten. Daran gemessen stand der Geschäftsklimaindex im März 2018 bei 103,2 Punkten. Großhandel und Einzelhandel werden im neuen Index ab April nicht mehr getrennt ausgewiesen – fortan gibt es also vier Teilindizes für Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen.

Das Ifo-Institut macht seit 1949 regelmäßig Konjunkturumfragen auf Unternehmensebene. Der daraus berechnete Index ist ein Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung. Dieser zeigt Trends an, lange bevor sich das Auf und Ab in amtlichen Zahlen niederschlägt./rol/DP/jsl