BERLIN (dpa-AFX) – Die Grünen wollen nach den Parteitags-Äußerungen von SPD-Chef Martin Schulz zu Klimaschutz und Kohleausstieg Taten sehen. Dass ein SPD-Vorsitzender überhaupt öffentlich über ein Ende des klimaschädlichen Kohlestroms nachdenken müsse, sei auch ein Erfolg der Beharrlichkeit der Ökopartei, sagte Grünen-Klimapolitiker und Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur. "Nun kommt es darauf an, dass es keine Sonntagsrede ist, sondern konkrete Politik folgt." Im Bundestag dürfe der fraktionsübergreifenden Zustimmung zu einem Grundsatz-Antrag der Grünen zum Kohleausstieg nun nichts mehr im Weg stehen.

Schulz hatte am Donnerstag in Berlin die Notwendigkeit des Kohleausstiegs anerkannt – allerdings müsse auf die Beschäftigten in der Branche Rücksicht genommen werden. "Die Wahrheit ist: Wir wollen die Klimaziele erreichen, und die Wahrheit ist auch, das geht einher mit dem Ende der Kohleverstromung", sagte er.

Krischer meldete aber auch Zweifel daran an, dass die Sozialdemokraten bei dem Thema hinter ihrem Vorsitzenden stehen: "Wie weit weg die SPD in Wahrheit noch vom Kohleausstieg ist, verdeutlicht Sigmar Gabriel, der öffentlich das exakte Gegenteil von Schulz vertritt", sagte er über den früheren Parteichef und Außenminister. "Es dürfte interessant sein, ob die SPD wirklich den Mut aufbringt, sich ernsthaft aus der babylonischen Gefangenschaft der Kohleindustrie und ihrer Gewerkschaft zu befreien."/ted/DP/zb