BERLIN (dpa-AFX) – Außenminister Sigmar Gabriel ist nach Washington aufgebrochen, um dort für die Beibehaltung des historischen Atomabkommens mit dem Iran zu werben. "Falls das Nuklearabkommen scheitert, wäre dies ein verheerendes Signal in Richtung Aufrüstung in der Region und weltweit", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor seiner Abreise in der Nacht zum Donnerstag. "Der jüngste nordkoreanische Raketentest zeigt einmal mehr, welches Eskalationspotenzial von ungeregelten Konflikten ausgeht."

Am Donnerstagvormittag (Ortszeit) will sich Gabriel mit US-Außenminister Rex Tillerson treffen, anschließend sind Gespräche mit Senatoren und Abgeordneten des Repräsentantenhauses geplant.

Im Juli 2015 hatten sich die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland mit dem Iran nach 13 Jahren Streit auf ein Abkommen verständigt, das den Bau einer iranischen Atombombe verhindern soll. US-Präsident Donald Trump stellt es nun in Frage. Im Oktober lehnte er es ab, dem Iran die Einhaltung der Atomvereinbarung zu bescheinigen. Nun muss der US-Kongress bis Mitte Dezember entscheiden, ob die ausgesetzten Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt werden sollen.

Die anderen beteiligten Staaten stehen zu der Vereinbarung. Sie mache die Region sicherer, betonte Gabriel. Gleichzeitig kritisierte er aber das Agieren Teherans als Regionalmacht und das iranische Raketenprogramm. Es sei klar, "dass wir von Iran dringend eine Verhaltensänderung in einer Reihe regionaler Konflikte erwarten. Auch das iranische ballistische Raketenprogramm bereitet uns Sorge", sagte der geschäftsführende Außenminister./mfi/DP/zb