BERLIN (dpa-AFX) – Die führenden Wirtschaftsmächte wollen Ende November in Berlin Wege aus der Krise der Stahlbranche suchen. Vertreter der G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie weiterer Staaten aus der Industrieländer-Organisation OECD würden angesichts der Überkapazitäten und drohender Handelsstreitigkeiten am 30. November miteinander über das Thema beraten, hieß es am Freitag aus dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin.

Die G20 hatten beim Gipfel ihrer Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg eine Lösung zum hart umkämpften globalen Stahlmarkt vertagt. Die USA beklagen bei Importen vor allem aus China, aber auch aus Europa und Deutschland "unfaire" Praktiken und Dumpingpreise. Sie prüfen sogar, ob Stahleinfuhren die nationale Sicherheit gefährden und Strafzölle verhängt werden sollen. Aus Sicht der Europäer wären Strafzölle ungerechtfertigt und ein Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), die den Handel erleichtern sollen.

Beim Hamburger G20-Gipfel unter deutschem Vorsitz war etwas Zeit gekauft worden, um ein Ergebnis auf multilateraler Ebene zu erreichen. Das vor mehr als einem Jahr in China gegründete "globale Forum" zum Abbau der Überkapazitäten beim Stahl wurde aufgefordert, schneller zu arbeiten. Bis August sollten Informationen vorliegen und bis November ein Bericht mit konkreten politischen Lösungen.

Die "Wirtschaftswoche" hatte von einem "Welt-Stahlkrisengipfel" Ende November berichtet. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig sagte dem Blatt: "Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie wir Überkapazitäten auf den Weltmärkten verhindern und fairen Wettbewerb garantieren können." Ziel sei es, die Einführung neuer Strafzölle zu verhindern./sl/DP/men