FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Europäische Zentralbank (EZB) geht trotz zuletzt eher schwacher Konjunkturdaten, nicht zuletzt aus Deutschland, von einem anhaltend robusten Wirtschaftswachstum in der Eurozone aus. "Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir, dass das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2018 hoch bleiben wird", schrieb EZB-Präsident Mario Draghi in dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht der Notenbank.

Auch sei man in der EZB nach wie vor zuversichtlich, dass sich die Inflation dem Preisziel der Notenbank von knapp zwei Prozent mittelfristig annähern werde, ergänzte Draghi. Ungewiss sei jedoch, wie hoch das ungenutzte Wachstumspotenzial im Währungsraum sei. Von diesem Spielraum hängt nicht zuletzt ab, ob sich eine steigende Beschäftigung in höheren Löhnen und letztlich steigenden Verbraucherpreisen niederschlägt. Ökonomen drücken diesen Zusammenhang in der Phillips-Kurve aus.

"Eine geduldige, beharrliche und umsichtige Geldpolitik bleibt daher notwendig, um sicherstellen, dass die Inflation wieder zu unserem Ziel zurückkehrt", bekräftigte Draghi frühere Äußerungen. Beobachter deuten diese Worte als Hinweis auf eine zunächst weiter lockere Geldpolitik. Zugleich wird jedoch erwartet, dass die EZB ihre Politik um die Jahreswende 2018/19 herum weniger locker ausrichtet. So dürfte sie zunächst ihre Staatsanleihekäufe einstellen. Im Laufe des kommenden Jahres wird dann eine erste Zinsanhebung erwartet./bgf/jsl/he