FRANKFURT (dpa-AFX) – Bei ihrer jüngsten Zinssitzung haben die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) verschiedene Varianten eines Ausstiegs aus ihrem milliardenschweren Wertpapierkaufprogramm in Erwägung gezogen. Es sei über die Auswirkungen verschiedener Szenarien diskutiert worden, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur Notenbanksitzung im September. Es seien die Vorteile einer relativ langen weiteren Laufzeit bei einem relativ geringen monatlichen Volumen verglichen worden mit denen einer kürzeren Laufzeit bei einem entsprechend höheren Kaufvolumen. Dabei seien auch mögliche Risiken für die Finanzstabilität diskutiert worden.

In der Diskussion sei der Standpunkt vertreten worden, dass das derzeitige Umfeld zunehmend eine Reduktion der Wertpapierkäufe rechtfertige, hieß es weiter. Gleichzeitig habe es aber auch Einigkeit darüber gegeben, dass eine substanzielle geldpolitische Unterstützung weiterhin nötig sei, um die Inflation nachhaltig in Richtung des Zielwertes von knapp zwei Prozent zu heben.

Nach derzeitiger Planung kauft die EZB noch mindestens bis Ende des Jahres monatlich Wertpapiere im Volumen von durchschnittlich 60 Milliarden Euro. Nach der Sitzung im September hatte EZB-Chef Mario Draghi angekündigt, dass wahrscheinlich im Oktober ein Großteil der Entscheidungen zur Zukunft des Programms fallen werde./tos/jkr/men