FRANKFURT (dpa-AFX) – In der Eurozone ist die Geldmenge im März so stark wie seit Ende 2008 nicht mehr gewachsen. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Eine stärkere Wachstumsrate hatte es zuletzt im Dezember 2008 gegeben. Im Februar war die Geldmenge M3 nur um 5,5 Prozent gewachsen. Analysten waren für März ebenfalls von einem Zuwachs um 5,5 Prozent ausgegangen.

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 gewann ebenfalls stark an Tempo und betrug im Jahresvergleich 10,3 Prozent, nach 8,1 Prozent im Vormonat.

Die Kreditvergabe an die privaten Haushalte hat sich im März abgeschwächt. Sie stieg im Jahresvergleich um 3,4 Prozent, nachdem die Rate im Vormonat noch bei 3,7 Prozent gelegen hatte. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen außerhalb des privaten Finanzsektors legte hingegen deutlich zu. Sie betrug 5,4 Prozent, nach 3,0 Prozent im Februar.

Zuletzt hatten die Europäische Zentralbank (EZB) und die Staaten der Eurozone zahlreiche Maßnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Die Kombination aus lockerer Geldpolitik und expansiver Fiskalpolitik dürfte das Wachstum der Geldmenge nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten weiter anheizen./jkr/bgf/mis