LUXEMBURG (dpa-AFX) – Der Ausstoß von Kohlendioxid aus Kohle, Gas und Öl ist 2018 in der Europäischen Union gesunken, auch wegen Fortschritten beim Klimaschutz in Deutschland. Die europäische Statistikbehörde Eurostat schätzte am Mittwoch einen Rückgang von 2,5 Prozent für die gesamte EU und von 5,4 Prozent für die Bundesrepublik, jeweils im Vergleich mit 2017.

Kohlendioxid macht 80 Prozent aller Treibhausgase aus, die für die Erwärmung der Erde verantwortlich gemacht werden. Deutschland verursacht allein 22,5 Prozent der CO2-Emissionen aller 28 EU-Staaten. Der Rückgang hier fällt also besonders ins Gewicht.

Noch größer waren die CO2-Einsparungen mit 9 Prozent in Portugal und 8,1 Prozent in Bulgarien; beide Staaten haben aber nur Anteile von jeweils gut einem Prozent an allen CO2-Emissionen der EU. Zuwächse gab es in acht EU-Staaten, von denen die meisten allerdings nur winzige Anteile am Gesamtvolumen der EU haben. Eine Ausnahme ist Polen, mit einem Anteil von 10,3 Prozent und einem Zuwachs von 3,5 Prozent für 2018.

Das Umweltbundesamt hatte bereits vor vier Wochen geschätzt, dass Deutschland den Ausstoß aller Klimagase – also nicht nur Kohlendioxid, sondern zum Beispiel auch Methan, Lachgas oder Fluorkohlenwasserstoffe – 2018 um 4,5 Prozent gedrückt hat. Als Gründe gelten unter anderem der milde Winter, in dem weniger geheizt wurde, und der sonnige Sommer mit einer großen Produktion von Sonnen- und Windstrom.

Auch Eurostat wies darauf hin, dass unter anderem klimatische Bedingungen, Konjunktur, Industrie, Bevölkerungsgröße und Verkehr den CO2-Ausstoß beeinflussen. Zudem gibt es statistische Besonderheiten. Wird zum Beispiel Kohle importiert und verbrannt, schlägt das im Importland zu Buche; führt dasselbe Land hingegen Strom ein, werden die Emissionen dem Exportland zugerechnet./vsr/DP/mis