BERLIN (dpa-AFX) – Der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans geht davon aus, dass der Brexit-Termin nach der nächsten Abstimmung im britischen Unterhaus verschoben wird. “Ich glaube, die werden in dieser Woche schon klarstellen, was sie wollen, mehr oder weniger. Und dann wird es wahrscheinlich eine Verlängerung geben”, sagte der Niederländer im ARD-Morgenmagazin.

Sollte der Termin auf einen Zeitpunkt nach der EU-Parlamentswahl aufgeschoben werden, “muss es auch eine Europawahl in England geben”, erklärte Timmermans. “Es gibt keine andere Lösung. Wir haben einen Vertrag.”

Timmermans warnte, der Brexit werde sowohl Großbritannien als auch der EU schaden, und sprach sich für ein erneutes Referendum aus. Der Brexit sei das Schrecklichste, was der EU in den vergangen 20, 30 Jahren passiert sei. “Für die Briten ist es hauptsächlich ein Binnenmarkt, für uns ist es unser Schicksal. […] Das haben die Briten nie richtig begriffen.”

Der Vorsitzende des EU-Ausschusses im Bundestag, Gunther Krichbaum, sprach sich im ARD-Morgenmagazin gegen eine Verschiebung des Brexit-Termins aus. “Es mangelt der britischen Politik an Konzeptionen”, sagte der CDU-Politiker. “Wenn ich mit 200 Kilometern pro Stunde auf einen Abgrund zurase, dann ist es vielleicht nicht die richtige Strategie zu sagen: Ich brauche mehr Zeit.”/jal/DP/tav