BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die Europäische Kommission beharrt auf der von US-Präsident Donald Trump verworfenen Schlusserklärung zum G7-Gipfel in Kanada. "Für uns gilt "pacta sunt servanda"", sagte ein Sprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Montag in Brüssel. Der lateinische Satz bedeutet: Verträge müssen eingehalten werden.

Nach zwei Tagen intensiver Beratungen beim G7-Gipfel und einer längeren Vorbereitung entspreche die Schlusserklärung den Werten der Europäischen Union, sagte der Sprecher. Diese Werte werde man gemeinsam mit den internationalen Partnern verteidigen. "Die Europäische Union wird sich weiter für ein internationales, auf Regeln basierendes multilaterales System einsetzen."

Am Sonntagabend hatte bereits Kanzlerin Angela Merkel betont, die Bundesregierung halte an dem Papier fest, es sei beschlossen und rechtskräftig.

In Junckers Namen dankte der Sprecher ausdrücklich dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau für "die exzellente Vorbereitung und Gesprächsführung während dieses herausfordernden Gipfels".

Trump hatte nach seiner Abreise aus Kanada seine Zustimmung zur Abschlusserklärung per Tweet zurückgezogen und Trudeau scharf angegriffen. Trumps Handelsberater Peter Navarro hatte sogar erklärt, auf Trudeau warte ein "in der Hölle ein besonderer Platz".

EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte daraufhin: "Es gibt einen besonderen Platz im Himmel für Justin Trudeau. Kanada, danke für die perfekte Organisation von G7."/vsr/DP/zb