BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die EU-Finanzminister wollen am Dienstag in Brüssel (10.00 Uhr) eine schwarze Liste für Steueroasen auf den Weg bringen. Die EU hat dazu Steuerjurisdiktionen weltweit unter die Lupe genommen. Ziel der Liste ist es, Drittstaaten zu mehr Steuertransparenz und Datenaustausch zu bewegen. Nach den Enthüllungen in den sogenannten Panama Papers sowie den Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen hatte die Debatte in der EU an Fahrt gewonnen. In der Diskussion stand unter anderem auch, unkooperative Drittstaaten mit Sanktionen zu belegen.

Bei dem Finanzminister-Treffen geht es zudem um die Besteuerung von Digitalkonzernen sowie das Thema Online-Mehrwertsteuerbetrug. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass Internet-Händler künftig möglicherweise eine einzige Steuererklärung für die gesamte EU abgeben könnten, anstatt sich wie bisher in jedem Mitgliedsland für die Mehrwertsteuer-Erhebung anzumelden. Außerdem könnte die Mehrwertsteuer auf Online-Medienangebote sinken. Beim Treffen der Finanzminister im November wurde eine Entscheidung – vor allem wegen Widerstands aus Deutschland – vertagt./nif/asa/DP/she