BERLIN (dpa-AFX) – Die erste Schlichtungsrunde für die Bautarife ist am frühen Dienstagmorgen ergebnislos auf Freitag vertagt worden. Das teilte die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Begleitet von Bauarbeiterprotesten hatte am Vortag in Berlin die Schlichtung für die Bauwirtschaft begonnen. Es geht um die künftige Höhe der Einkommen von rund 800 000 Bauarbeitern in Deutschland. Rund 1000 von ihnen zogen am Montag vor den Verhandlungsort, ein Hotel in Berlin. Als Schlichter eingesetzt ist der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Während die Schlichtungsgespräche laufen, gilt allerdings eine Friedenspflicht.

Der IG BAU-Bundesvorsitzende und Schlichtungsführer Robert Feiger sagte: "Die Verhandlungen treten auf der Stelle. Es war nicht zu erkennen, dass die Arbeitgeber ernsthaft einen Abschluss wollen." Trotz 13 Stunden intensiver Diskussion sei man kaum voran gekommen.

Die IG BAU hatte die Tarifverhandlungen zuvor nach drei Runden für gescheitert erklärt. Sie verlangt außer sechs Prozent mehr Lohn für die Laufzeit von einem Jahr eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen. Zudem soll es einen Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne geben.

Die Arbeitgeber hatten nach eigenen Angaben ein Gesamtvolumen von sechs Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten in Aussicht gestellt. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Frank Dupré, hatte am Montag gesagt, die Mehrzahl der Baufirmen könne trotz der guten Konjunkturaussichten "keine derart hohen Tarifforderungen verkraften".

Für das Schlichtungsverfahren sind nach den festgelegten Regeln 14 Tage Zeit. Kommt in diesem Zeitraum keine Einigung zustande, fällt der Schlichter dennoch einen Schiedsspruch. Wird dieser nicht von beiden Seiten angenommen, sind Streiks möglich./hme/DP/zb