ANKARA (dpa-AFX) – Eon -Chef Johannes Teyssen hat die Türkei zu Reformen aufgefordert. Teyssen sagte bei einem deutsch-türkischen Energieforum am Freitag in Ankara, es bedürfe entscheidender und mutiger Schritte. Es gehe um die "Integrität und Zuverlässigkeit des Systems" und darum, internationale Investoren davon zu überzeugen, dass die Türkei ein zuverlässiger und prosperierender Markt sei. So müsse die Türkei die Liberalisierung der Märkte fortsetzen.

In schwierigen Zeiten komme es aber auch auf die Unternehmer an. Eon werde weiter in der Türkei investieren. "Wir reichen unsere Hand aus", sagte Teyssen. Der Energieversorger ist bereits seit Jahren in der Türkei aktiv und hat laut Teyssen insgesamt elf Milliarden Dollar investiert. Die Türkei steckt in einer schweren Währungs- und Wirtschaftskrise.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am zweiten Tag seines Türkei-Besuchs, der Energiemarkt sei einer der wichtigsten Bereiche der deutsch-türkischen Zusammenarbeit: "Wenn wir unsere Kräfte vereinen, dann können wir sehr viel gemeinsam erreichen." So habe die Türkei die Absicht, eine "Gas-Drehscheibe" zu werden. Deutschland habe Interesse daran, seine Gaslieferungen zu diversifizieren, auch wenn Russland ein wichtiger Importeur bleiben werde. Zugleich aber gehe es darum, das türkische Gasnetz besser an das europäische Gasnetz anzubinden.

Der türkische Energieminister Fatih Dönmez sagte, die Energiesicherheit Europas führe über die Türkei. Die Türkei will erneuerbare Energien wie Windkraft ausbauen. Das Land ist bisher massiv von Energieimporten abhängig. Der Strom wird in US-Dollar bezahlt, dies sorgt aber angesichts des massiven Verfalls der türkischen Währung für hohe zusätzliche Kosten./hoe/DP/fba