ROUNDUP: Bank of England bleibt bei Krisen-Geldpolitik – signalisiert keine Eile

LONDON – Die britische Notenbank hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins bleibe unverändert bei 0,50 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mit. Experten hatten dies erwartet. Auch das Volumen der Wertpapierkäufe zur Konjunkturstützung ließen die Währungshüter unverändert. Deutliche geldpolitische Straffungen stellten sie nicht in Aussicht.

USA: Inflation so stark wie seit gut einem Jahr nicht mehr

WASHINGTON – In den USA hat der Preisauftrieb im April etwas zugelegt. Die Jahresinflationsrate sei von 2,4 Prozent im Vormonat auf 2,5 Prozent gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Die Teuerung ist damit so stark wie seit gut einem Jahr nicht mehr.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe niedriger erwartet

WASHINGTON – In den USA hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht verändert. In der vergangenen Woche lag die Zahl der Erstanträge wie bereits in der Vorwoche bei 211 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 219 000 Anträge gerechnet.

ROUNDUP 3: Macron attackiert Merkels Europakurs – Höhere EU-Ausgaben gefordert

AACHEN – Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Deutschland einen zu strikten Sparkurs und mangelnden Mut bei der Reform Europas vorgeworfen. Bei der Entgegennahme des Internationalen Karlspreises in Aachen forderte Macron die Bundesregierung am Donnerstag zu höheren EU-Ausgaben auf und kritisierte einen "Fetischismus" für Budget- und Handelsüberschüsse. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stemmt sich bisher gegen deutlich höhere Ausgaben und bekennt sich nur zu den Mehrkosten durch das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit). Um in Europa voranzukommen, müsse man sich auch von Tabus lösen, mahnte Macron.

Russland: Iran will Verpflichtungen des Atomdeals weiter erfüllen

MOSKAU/TEHERAN – Der Iran will nach Angaben Russlands seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen weiterhin nachkommen. "Wir haben eine entsprechende Zusicherung von der iranischen Seite bekommen", sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Donnerstag in Teheran. Er habe sich zuvor mit seinem iranischen Kollegen getroffen, teilte das Außenministerium mit.

Türkei will wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran ausbauen

ISTANBUL – Die Türkei will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Iran ungeachtet des umstrittenen Rückzugs der USA aus dem Atomabkommen mit Teheran ausweiten. Bei einem Telefonat des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit seinem Amtskollegen Hassan Ruhani hätten beide Seiten über einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen gesprochen, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt in Ankara. Erdogan habe bekräftigt, dass er den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen für "nicht richtig" halte.

USA verurteilen iranischen Raketenangriff auf Israel

WASHINGTON – Die USA haben den iranischen Raketenangriff auf Israel in scharfen Worten verurteilt. "Ausdrücklich unterstützen wir Israels Recht auf Selbstverteidigung", erklärte das Weiße Haus am Donnerstag. Die Verlegung iranischer Raketensysteme nach Syrien, die auf Israel zielten, sei eine inakzeptable und höchst gefährliche Entwicklung für den gesamten Nahen Osten.

ROUNDUP: Moskau und Berlin wollen sich für Erhalt des Iran-Abkommens einsetzen

MOSKAU – Russland und Deutschland wollen sich gemeinsam für den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran einsetzen. "Es ist wichtig, dass alle Länder, die daran festhalten wollen, darüber Gespräche führen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas am Donnerstag in Moskau. Russland halte trotz des Ausstiegs der USA an der Vereinbarung fest. Moskau wolle darüber auch mit Berlin in Kontakt bleiben.

Sterne und Lega verlangen mehr Zeit für Regierungsbildung in Italien

ROM – Die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtspopulistische Lega wollen für eine Regierungsbildung in Italien mehr Zeit vom Präsidenten. Die Parteien verlangten bis Sonntag Zeit, um ein Regierungsprogramm auf die Beine zu stellen, bestätigte eine Sprecherin der Lega am Donnerstag. Erwartet wird, dass Staatschef Sergio Mattarella dann am Montag eine Entscheidung über einen möglichen Regierungsauftrag fällen könnte.

Lega und Fünf Sterne: Fortschritte bei möglicher Regierungsbildung