ROUNDUP: Spanisches Verfassungsgericht verbietet Plenarsitzung in Katalonien

MADRID – Das spanische Verfassungsgericht hat eine für Montag geplante Plenarsitzung des katalanischen Regionalparlaments vorläufig verboten. Dies berichteten spanische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Justizkreise. Die Parteien der katalanischen Koalitionsregierung in Barcelona wollen bei der Sitzung möglicherweise die Unabhängigkeit der Region ausrufen.

RATING/Loslösung von Spanien: S&P droht Katalonien mit Herabstufung

LONDON – Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die spanische Region Katalonien auf "credit watch negative" gesetzt und damit mit einer Abstufung der Kreditbewertung gedroht. Wie aus einer Studie vom späten Mittwochabend hervorgeht, sieht S&P die Gefahr einer weiteren Eskalation zwischen der Regierung in Madrid und der Regionalregierung in Katalonien. Zuletzt wurde die autonome Region mit einer Bonität von "B+" bewertet und damit deutlich im spekulativen Bereich.

USA: Industrieaufträge steigen etwas stärker als erwartet

WASHINGTON – Die Auftragseingänge für US-Industrieunternehmen sind im August etwas stärker gestiegen als erwartet. Die Aufträge seien um 1,2 Prozent zum Vormonat geklettert, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Aufträge allerdings um 3,3 Prozent gefallen. Nach Herausrechnung der schwankungsanfälligen Transportgüter stiegen die Aufträge im August um 0,4 Prozent.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gesunken

WASHINGTON – In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche gefallen. Sie sanken um 12 000 auf 260 000 Anträge, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas schwächeren Rückgang auf 265 000 Anträge gerechnet.

USA: Handelsbilanzdefizit gesunken

WASHINGTON – Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im August zurückgegangen. Der Fehlbetrag sei von 43,6 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 42,4 Milliarden Dollar gefallen, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten mit einem Defizit von 42,7 Milliarden Dollar gerechnet.

EZB diskutierte Varianten eines Ausstiegs aus den Wertpapierkäufen

FRANKFURT – Bei ihrer jüngsten Zinssitzung haben die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) verschiedene Varianten eines Ausstiegs aus ihrem milliardenschweren Wertpapierkaufprogramm in Erwägung gezogen. Es sei über die Auswirkungen verschiedener Szenarien diskutiert worden, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur Notenbanksitzung im September. Es seien die Vorteile einer relativ langen weiteren Laufzeit bei einem relativ geringen monatlichen Volumen verglichen worden mit denen einer kürzeren Laufzeit bei einem entsprechend höheren Kaufvolumen. Dabei seien auch mögliche Risiken für die Finanzstabilität diskutiert worden.

EZB-Rat Nowotny: Vermutlich Anfang 2018 weniger Anleihekäufe

FRANKFURT – Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Worten des österreichischen Notenbankchefs Ewald Nowotny ihre extrem lockere Geldpolitik Anfang 2018 wohl etwas zurückfahren. "Ich gehe davon aus, dass wir mit Beginn des kommenden Jahres in eine vorsichtige Geschwindigkeitsverringerung übergehen", sagte Nowotny dem österreichischen Magazin Trend am Donnerstag. Er bezog sich damit auf die Anleihekäufe der EZB von derzeit 60 Milliarden Euro je Monat.

ROUNDUP/Nach ‘Alptraumrede’: Druck wächst auf britische Premierministerin May

LONDON – Die britische Premierministerin Theresa May steht seit ihrer misslungenen Parteitagsrede in Manchester zunehmend unter Druck. Medien spekulierten am Donnerstag heftig über einen baldigen Rücktritt der Regierungschefin. Etwa 30 konservative Abgeordnete seien bereit, einen Misstrauensantrag in der Fraktion zu unterschreiben, berichtete der "Daily Telegraph". Nötig dafür wäre die Unterstützung von 48 Fraktionsmitgliedern.

USA und Südkorea wollen über Änderungen ihres Freihandelspakts reden

SEOUL – Die USA sind ihrem Ziel, das fünf Jahre alte Freihandelsabkommen mit Südkorea zu ändern, näher gekommen. Nach längerem Zögern stimmte die südkoreanische Seite bei Gesprächen in Washington am Mittwoch (Ortszeit) einer Aufnahme entsprechender Verhandlungen zu. "Beide Seiten erkennen die Notwendigkeit an, das Abkommen zu ändern, um die beiderseitigen Vorteile zu vergrößern", hieß es in einer Erklärung des südkoreanischen Handelsministeriums. Um den formalen Prozess einzuleiten, will es unter anderem eine öffentliche Anhörung und eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchführen lassen.

EZB-Mitglied: ‘Diskutieren über Beschränkungen digitaler Börsengänge’