ROUNDUP/Fed-Chef Powell: Weitere Corona-Konjunkturhilfen könnten nötig sein

WASHINGTON – Nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, könnten weitere Konjunkturhilfen als Reaktion auf die Corona-Krise nötig sein, um die Wirtschaft des Landes zu stützen. Der wirtschaftliche Schock durch die Pandemie scheine der größte in der Geschichte zu sein, und auch die finanzpolitische Antwort darauf sei die schnellste und größte in der Nachkriegsgeschichte, sagte Powell am Mittwoch bei einer Video-Schalte mit einem Thinktank in Washington. Die bisherigen Pakete seien aber womöglich nicht das letzte Kapitel. Weitere politische Maßnahmen könnten notwendig sein.

GESAMT-ROUNDUP/Lockerung der Grenzkontrollen: Urlaubsreisen wohl ab Mitte Juni

BERLIN/BRÜSSEL – Reisen in europäische Nachbarländer sollen von Mitte Juni an trotz der Corona-Pandemie wieder möglich sein – vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben unter Kontrolle. Die Überprüfungen an der deutschen Grenze werden schrittweise gelockert, Österreich macht zum 15. Juni die Grenze nach Deutschland auf. Auch die EU-Kommission plädiert dafür, die derzeit stark eingeschränkte Reisefreiheit schrittweise wiederherzustellen. Außenminister Heiko Maas kündigte eine Lockerung der weltweiten Reisewarnung an. Damit dürften Urlaubsreisen zumindest zu ausgewählten Zielen im Sommer wieder realistisch sein – zunächst wohl aber nicht auf das spanische Festland und nach Italien.

ROUNDUP/Coronavirus: China verhängt erneut Beschränkungen für Großstadt

PEKING – Im Kampf gegen das Coronavirus riegelt China erneut eine Millionenmetropole in Teilen ab. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete, wurden nach einem lokalen Virus-Ausbruch Zug- und Busverbindungen aus der nordostchinesischen Stadt Jilin gestoppt. Auch dürfen nur noch Menschen die Stadt verlassen, die negativ auf das Virus getestet wurden. Auslöser für die strikten Maßnahmen waren etwa zwei Dutzend neue Infektionen, die in den vergangenen Tagen in der Stadt Jilin und der gleichnamigen Provinz nachgewiesen wurden. Die Behörden sprachen von einer "sehr ernsten" Lage.

ROUNDUP: Britische Wirtschaft bricht wegen Corona-Krise ein

LONDON – Die britische Wirtschaft ist zu Beginn der Corona-Krise eingebrochen. Allerdings fiel der Rückschlag nicht ganz so stark aus, wie Analysten befürchtet hatten. Nach Angaben des britischen Statistikamts ONS lag das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2,0 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Analysten hatten im Mittel einen Einbruch um 2,6 Prozent erwartet.

ROUNDUP 2: Landwirte können auf längeren Erntehelfer-Einsatz zählen

BERLIN – Landwirte können nach Signalen der Bundesregierung auch über das Frühjahr hinaus auf den wichtigen Einsatz ausländischer Saisonkräfte zählen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Mittwoch in Berlin, er stehe einer Verlängerung von Sonderregeln zur Einreise wegen der Corona-Krise "positiv gegenüber". Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) betonte, es sei nach wie vor notwendig, diese Fachkräfte mit Auflagen zum Gesundheitsschutz in Deutschland zu haben. Im Juni stehe etwa der Beginn der Kirschenernte an. Von der Opposition kam scharfe Kritik an den Bedingungen für Erntehelfer.

Merkel nach EZB-Urteil für weitere Integration in Wirtschaftspolitik

BERLIN – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich angesichts des Karlsruher Urteils zur Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine weitergehende Integration ausgesprochen. Dies werde eher dazu anspornen müssen, im Bereich der Wirtschaftspolitik mehr zu tun, sagte sie am Mittwoch im Bundestag. Diese Frage stelle sich auch schon im Zusammenhang mit den EU-Plänen zur Ankurbelung der Wirtschaft nach der Corona-Krise. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich grundsätzlich auf einen solchen "Recovery Fund" geeinigt.

Voßkuhle über EZB-Urteil: ‘Wir sind Gesetz und Recht verpflichtet’

KARLSRUHE – Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, steht trotz massiver Kritik hinter dem Urteil zu den milliardenschweren Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). "Wir sehen, dass unser Urteil viele bedrückt, und das freut uns nicht. Aber wir sind Gesetz und Recht verpflichtet", sagte Voßkuhle der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Das Urteil sei "für Europa eine gute Entscheidung", weil es "die Bindung an das Recht stärkt". Das werde sich mittel- und langfristig zeigen.

Biden gewinnt wie erwartet US-Vorwahl in Nebraska

WASHINGTON – Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat die Vorwahl im Bundesstaat Nebraska gewonnen. Das teilte die demokratische Partei in Nebraska am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge erhielt Biden nach Auszahlung fast aller Wahlzettel rund 77 Prozent der Stimmen. Der linke Senator Bernie Sanders, der Anfang April aus dem Rennen ausgestiegen war, kam demnach auf rund 13 Prozent der Stimmen.

USA: Erzeugerpreise fallen stark wegen Benzinpreis-Einbruch

WASHINGTON – In den USA sind die Produzentenpreise infolge einbrechender Benzinpreise massiv gefallen. Wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, lagen die Erzeugerpreise im April 1,2 Prozent unter dem Niveau im Vorjahresmonat. Das ist der stärkste Rückgang seit November 2015. Analysten hatten einen wesentlich geringeren Rückgang um 0,4 Prozent erwartet.

ROUNDUP 2/Corona-Resolution: Deutschland startet Rettungsversuch bei den UN