BRÜSSEL (dpa-AFX) – Vor der richtungsweisenden Wahl des neuen Eurogruppen-Vorsitzenden hält sich die Bundesregierung offiziell bedeckt. "Deutschland wird seinen Beitrag leisten, dass wir zu einer gemeinsamen Lösung kommen", sagte Interimsfinanzminister Peter Altmaier (CDU) vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel. "Meine Hoffnung ist, dass wir am Ende des Tages ein klares Signal geben, dass die Eurogruppe geschlossen ist und dass sie weiterhin auch geschlossen agieren wird."

In der Eurogruppe entscheiden die Finanzminister der derzeit 19 Staaten, die die Gemeinschaftswährung eingeführt haben, unter anderem über milliardenschwere Kreditprogramme sowie über die Ausrichtung der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Um die Nachfolge des niederländischen Sozialdemokraten Jeroen Dijsselbloem bewerben sich der portugiesische Finanzminister Mario Centeno sowie die Ressortchefs Peter Kazimir (Slowakei), Pierre Gramegna (Luxemburg) und Dana Reizniece-Ozola (Lettland).

Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Eurogruppenchefs dürfte in den kommenden Jahren die Reform der Eurozone werden. "Die Rolle des ESM kann verstärkt werden. Ich glaube auch, dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt vereinfacht werden muss", sagte Gramegna. Im Stabilitätspakt werden unter anderem die sogenannten Maastricht-Kriterien zur zulässigen Neuverschuldung von Staaten festgelegt.

Ein klarer Favorit für den Posten zeichnete sich bis zuletzt nicht ab. Ein Abstimmungsergebnis wurde für den späteren Nachmittag erwartet. Jeder Eurogruppen-Finanzminister hat dabei eine Stimme, eine einfache Mehrheit von 10 Stimmen genügt zum Wahlsieg./asa/nif/DP/oca