PEKING (dpa-AFX) – In China zeichnet sich inmitten der weltweiten Corona-Krise zumindest eine Erholung der Industrie ab. Die Industrieproduktion legte im April im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent zu, teilte das Statistikamt am Freitag in Peking mit. Es ist der erste Anstieg in diesem Jahr. Zudem fiel das Plus höher aus, als die von Bloomberg befragten Volkswirte erwartet hatten. Die Produktion in der Industrie hatte bereits im März positiv überrascht. Schwach war dagegen weiter die Lage im Einzelhandel und bei den Investitionen.

Der Einzelhandelsumsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent. Im März war der Umsatz im Einzelhandel zwar noch um 15,8 Prozent gesunken. Experten hatten allerdings mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Ähnlich sieht es bei den Investitionen in Sachanlagen aus. Diese fielen bis Ende April um 10,3 Prozent – bis Ende März hatte der Rückgang noch 16,1 Prozent betragen. Hier hatten die Experten im Schnitt ein Minus von glatt zehn Prozent erwartet.

Chinas Wirtschaft leidet unter der Corona-Pandemie. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte es den ersten Ausbruch des neuartigen Coronavirus gegeben. Inzwischen ist die Lage in dem Land nach Angaben der Regierung wieder unter Kontrolle. Da sich das Virus inzwischen aber in der EU und vor allem in den Vereinigten Staaten stark ausgebreitet hat, bekommt China die Folgen der Krise zunehmend über die Exporte zu spüren.

Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben von Mitte April erstmals seit Jahrzehnten. Es fiel in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent. Es ist der erste negative Wert seit mindestens 1992, als die Volksrepublik damit begann, Wachstumszahlen quartalsweise zu veröffentlichen. Der Rückgang fiel etwas höher aus als von Experten erwartet. Ein ganzes Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft verzeichnete China zuletzt 1976./zb