BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die Bundesregierung hat sich kritisch zu der vom Iran gesetzten 60-Tage-Frist zur Rettung des Atomabkommens geäußert. "Wir werden (…) darüber zu reden haben, ob wir mit solchen Terminangaben und mit solchen Fristen wirklich weiterkommen", sagte Europastaatsminister Michael Roth (SPD) am Montag in Brüssel.

Als Gelegenheit, über das Ultimatum zu diskutieren, nannte er das für diesen Dienstag geplante Iran-Treffen in der belgischen Hauptstadt. Zu ihm hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini die Außenminister aus dem Iran, Deutschland, Frankreich und Großbritannien eingeladen.

Der Iran hatte der Europäischen Union am Sonntag eine Frist von 60 Tagen gesetzt, um die Umsetzung des Atomabkommens auch nach dem Ausstieg der USA zu garantieren. Dabei geht es dem Iran um die mit dem Abkommen verbundenen Sanktionserleichterungen im Tausch für den Verzicht auf ein militärischen Atomprogramm. Der Ausstieg der USA bringt dem Iran starke wirtschaftliche Nachteile, weil die USA ihre Wirtschaftssanktionen gegen das Land wieder vollständig in Kraft setzen. Durch sie drohen auch nicht-amerikanischen Unternehmen Strafen, wenn sie im Iran Geschäfte machen./aha/DP/she