FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse haben die Abwicklung von Wertpapiergeschäften über die neuartige Blockchain-Technologie getestet. Dies teilten beide Institutionen am Donnerstag in Frankfurt mit. Bei dem Test ging es um zwei Prototypen zur Unterstützung der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen, Zahlungen, Zinszahlungen und Rückzahlungen bei Fälligkeit einer Anleihe.

Laut Bundesbank sind beide Verfahren für den Betrieb einer Finanzmarktinfrastruktur geeignet und können als Basis für weitergehende Entwicklungen dienen. "Wir erwarten eine fortgesetzte schnelle Entwicklung der Technik und sehen auch das Potenzial, diese in hochvolumigen Systemen anzuwenden", sagte Bundesbankvorstand Burkhard Balz laut Mitteilung.

Die Blockchain-Technik kann mit einem elektronischen Kontenbuch verglichen werden, das viele relevante Daten von Transaktionen erfassen kann und bisher als fälschungssicher gilt. Bekannt geworden ist die Technik allem durch ihre Anwendung in der Digitalwährung Bitcoin. Während der Hype um derartige Kryptowährungen mittlerweile deutlich abgeebbt ist, gilt die Blockchain-Technologie unter Fachleuten weiterhin als zukunftsweisend für eine effiziente Abwicklung von Transaktionsprozessen verschiedenster Art./bgf/jsl/fba
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Die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse haben die Performancetests der zwei gemeinsam entwickelten Prototypen zur Wertpapierabwicklung auf Basis der Blockchain-Technologie erfolgreich abgeschlossen. Die Prototypen unterstützen die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen, Zahlungen, Zinszahlungen und Rückzahlungen bei Fälligkeit einer Anleihe. Sie wurden auf Basis von Hyperledger Fabric (Version 1.0) und auf der Plattform von Digital Asset intensiven Performancetests unterzogen.

Die Tests zeigten: Beide Prototypen sind für den Produktivbetrieb einer Finanzmarktinfrastruktur geeignet und können als Basis für weiterführende Entwicklungen dienen. Sowohl die Digital Asset Plattform als auch die Hyperledger Fabric-Lösung wurden seither weiterentwickelt, so dass die derzeit mögliche Leistung sogar noch besser sein dürfte.

"In diesem Projekt haben die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse viel über die Nutzung der Blockchain-Technologie und ihre konkrete Implementierung gelernt. Wir erwarten eine fortgesetzte schnelle Entwicklung der Technik und sehen auch das Potenzial, diese in hochvolumigen Systemen anzuwenden. Der Ansatz einer geschlossenen Architektur, bei der nur zugelassene Teilnehmer mitwirken, hat sich als richtig erwiesen. Er ist erforderlich, um die regulativen Anforderungen im Finanzsektor zu erfüllen”, sagte Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.