MANCHESTER (dpa-AFX) – Der britische Außenminister Boris Johnson hat mehr Optimismus im Hinblick auf den EU-Ausstieg seines Landes gefordert. Der Brexit sei eine "demokratische Revolution, die wir in eine kulturelle und technologische Erneuerung verwandeln können", sagte Johnson bei seiner Rede zum Parteitag der britischen Konservativen am Mittwoch in Manchester unter großem Beifall der Delegierten.

Mit Sticheleien gegen den Brexit-Kurs von Premierministerin Theresa May hielt sich Johnson zurück. Stattdessen attackierte er Labour-Chef Jeremy Corbyn scharf. Der Oppositionsführer sei mit Blick auf den Brexit noch pessimistischer als die Vertreter der EU am Verhandlungstisch in Brüssel.

Noch wenige Tage zuvor hatte Johnson die Regierungschefin düpiert, als er in einem Zeitungsinterview "rote Linien" zu den Brexit-Verhandlungen vorgab. Britische Medien spekulierten, Johnson wolle May stürzen, doch in seiner Parteitagsrede gab er sich zahm und betonte, das Kabinett stehe geschlossen hinter Mays Brexit-Kurs.

Aus Sicht des EU-Parlaments ist es noch zu früh für Gespräche über die künftigen Beziehungen mit Großbritannien. Diese zweite Phase der Brexit-Verhandlungen sollte aufgeschoben werden, forderte eine breite Mehrheit der Europaabgeordneten am Dienstag in Straßburg.

Noch seien "keine ausreichenden Fortschritte" bei den Themen Bürgerrechte, Nordirland-Konflikt und den finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens erzielt worden, heißt es in der gebilligten Resolution. Das EU-Parlament muss einem Austrittsabkommen am Ende zustimmen./cmy/DP/he