LONDON (dpa-AFX) – Großbritannien will nach der mutmaßlichen Giftgasattacke in Syrien weiter mit den USA und Frankreich an einer gemeinsamen Reaktion arbeiten. Das verlautete am Donnerstagabend nach einer Kabinettssitzung in London. Über eine eindeutige Schuldzuweisung oder eine Entscheidung für einen Angriff auf Syrien wurde nichts mitgeteilt.

Premierministerin Theresa May habe den Angriff vom vergangenen Samstag als "schockierend und barbarisch" verurteilt, erklärte eine Sprecherin. Syrien sei bekannt dafür, Giftgas einzusetzen, und es sei sehr wahrscheinlich, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad auch für den Angriff vom Samstag verantwortlich sei, wurde May wiedergegeben.

Bei dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz auf die Stadt Duma in Ost-Ghuta sollen nach Angaben der Hilfsorganisation Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach eigenen Angaben den Beweis, dass die Chemiewaffen von der syrischen Armee eingesetzt wurden. Auch US-Präsident Donald Trump macht die Assad-Führung für die Giftgasattacke verantwortlich.

Britische U-Boote sind nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten. Das Verteidigungsministerium lehnte dazu jeden Kommentar ab.

Die Opposition forderte eine Beteiligung des Londoner Parlaments bei den Entscheidungen zur Syrien-Krise. "Das Parlament sollte bei militärischen Aktionen immer ein Mitspracherecht haben", sagte Labour-Chef Jeremy Corbyn. Einen Anspruch darauf haben die Abgeordneten im Westminster Palace allerdings nicht./si/DP/he