BERLIN (dpa-AFX) – Die Informationsangebote der Parteien zur Europawahl sind nach Einschätzung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) für blinde Menschen schlecht lesbar. "Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention wird es blinden Menschen in Deutschland völlig unnötigerweise schwer gemacht, sich vor dieser wichtigen Wahl zu informieren", beklagte DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke. In der Konvention, die auch Deutschland ratifiziert hat, heißt es unter anderem: "Die Vertragsstaaten garantieren Menschen mit Behinderungen die politischen Rechte sowie die Möglichkeit, diese gleichberechtigt mit anderen zu genießen".

Der DBSV hat nach eigenen Angaben die digital angebotenen Informationen aller 41 zur Europawahl zugelassener Parteien ausgewertet. Dabei habe eine blinde Testperson einen Screenreader genutzt, also ein elektronisches Vorleseprogramm, das das Surfen im Internet ermöglicht. Begutachtet wurden die Internetseiten, Wahlprogramme und Social-Media-Kanäle. Die Qualität der Webseiten reiche von gut zugänglich bis völlig unnavigierbar, so der DBSV./hrz/DP/mis