BERLIN (dpa-AFX) – Die Bundesregierung dringt auf Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen. "Die Zeit drängt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Großbritannien habe es "weiterhin selbst in der Hand", wann genug Fortschritt festgestellt werden könne, um die vorgesehene zweite Phase der Verhandlungen zu beginnen.

Zunächst geklärt werden sollen die Rechte von EU-Bürgern, Finanzfragen und die künftige Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland. Daran müsse in den kommenden Wochen und Monaten gearbeitet werden, sagte Seibert. Beim EU-Gipfel im Dezember sei dies dann wieder Thema.

Großbritannien will Ende März 2019 aus der Europäischen Union austreten. Ursprünglich wollten die Unterhändler wichtige Fragen der Trennung bis Mitte Oktober klären und danach über die künftigen Beziehungen sprechen.

EU-Unterhändler Michel Barnier stellte jedoch am Donnerstag nach der fünften Verhandlungsrunde fest, dass noch nicht genug Fortschritte erzielt worden seien, um die nächste Verhandlungsphase zu starten.

Ob ein späteres Austrittsabkommen Übergangsvorschriften vorsehen solle, könne erst beurteilt werden, wenn sich das künftige Verhältnis überhaupt klarer abzeichne, sagte Seibert./sam/DP/men