BERLIN (dpa-AFX) – Die deutsche Industrie erwartet von der künftigen Bundesregierung eine Entlastung der Unternehmen. "Die steuerlichen Mehreinnahmen liegen in den nächsten vier Jahren bei 300 Milliarden Euro. Diesen Spielraum muss die Bundesregierung nutzen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Seit der Steuerreform 2008 habe es keine zählbaren Entlastungen für Unternehmen gegeben.

Vor den an diesem Mittwoch beginnenden Gesprächen über eine Jamaika-Koalition warnte Kempf vor einer schleichenden De-Industrialisierung. "Der Industriestandort Deutschland hat ein Update nötig. Teilhabe und Wohlstand entstehen nicht durch bloßes Verwalten und Umverteilen, sondern durch Investitionen, Wachstum und Chancengerechtigkeit".

Als zentral für die Wettbewerbsfähigkeit bezeichnete der BDI-Chef die Energie- und Klimapolitik. Deutschland habe mit Abstand die höchsten Staatslasten auf Industriestrom. 45 Prozent des Strompreises bestehen nach BDI-Angaben aus Steuern, Abgaben und Umlagen, EU-weit seien es nur 22 Prozent./shy/DP/zb