BERLIN (dpa-AFX) – Nach den Luftangriffen westlicher Staaten auf Ziele in Syrien hofft Außenminister Heiko Maas auf die Einsicht der Konfliktparteien, wieder einen politischen Prozess in Gang zu bringen. Er hoffe, "dass die Militärschläge zumindest allen Beteiligten deutlich gemacht haben, dass wir jetzt nicht nur die Möglichkeit haben, sondern dass es die Notwendigkeit gibt, den politischen Prozess wieder aufzunehmen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Es werde nun nach der Möglichkeit gesucht, "in einem anderen Format" mit Staaten, die möglicherweise Zugriff auf Beteiligte in der Region haben, einen neuen Weg zu beschreiben. Maas wies darauf hin, dass am Sonntag in London hohe Beamte der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands über die Syrienfrage beraten haben.

Maas sagte, die Tatsache, "dass es ja eben in den letzten Tagen zu keiner Eskalation gekommen ist – sondern dass jetzt alle wieder von diplomatischen und politischen Lösungen reden – ist ja ein Hinweis darauf, dass sich etwas verändert haben muss." Dies müsse man jetzt aufnehmen.

Von Russland, das an einer Lösung des Konflikts beteiligt werden müsse, erwartet Maas konstruktive Beiträge, wie er sagte: "Dass nicht einfach nur die Russen immer die Hand über Assad halten."

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten am Samstag syrische Einrichtungen angegriffen und dies mit Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Region Ost-Ghuta begründet./sg/DP/he