LUXEMBURG (dpa-AFX) – Die Arbeitskosten in Bulgarien bleiben trotz eines deutlichen Anstiegs in jüngster Zeit die niedrigsten in der Europäischen Union. Mit 4,90 Euro kostete eine Stunde Arbeit im vergangenen Jahr rund sieben Mal weniger als in Deutschland (34,10 Euro). Im Vergleich zu Dänemark war sie sogar rund zehn Mal günstiger, dort gab es auch 2017 die höchsten Arbeitskosten in der ganzen EU mit 42,50 Euro je Stunde. Deutschland rangiert EU-weit derzeit auf Platz sieben, wie aus am Montag vom europäischen Statistikamt Eurostat veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

Der EU-Durchschnittswert ging um 2,3 Prozent auf 26,80 Euro hoch. Einzig in Großbritannien und Finnland reduzierten sich die Arbeitskosten. In Bulgarien stiegen sie um 12 Prozent.

Zu den Ursachen der Entwicklungen machte Eurostat keine Angaben. Arbeitskosten setzen sich aus Löhnen und Gehältern sowie Lohnnebenkosten – etwa Sozialbeiträgen der Arbeitgeber – zusammen.

Steigende Gehälter und Lohnnebenkosten machen Beschäftigung aus der Sicht der Firmen teurer. Steigen die Arbeitskosten schneller als die Produktivität, neigen Unternehmen dazu, Jobs abzubauen und stattdessen mehr Kapital einzusetzen. Sie investieren dann etwa in Automatisierung. Steigende Gehälter sind indes auch Ausdruck der weiterhin guten Konjunktur und wirtschaftlichen Stärke hierzulande./ngu/DP/jha