FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax ist zur Wochenmitte wieder klar unter die viel beachtete Marke von 13 000 Punkten gerutscht. Nun gehen die Expertenmeinungen auseinander, ob dem deutschen Leitindex weitere Verluste drohen.

Vergleichsweise optimistisch zeigte sich Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader, der eine grundsätzlich weiter positive Stimmung konstatierte: "Die Börsen lassen lediglich etwas Druck aus dem Kessel, was nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate kein Grund zur Beunruhigung ist."

Zwar sei die jüngste Euphorie über die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump verflogen, da diese die amerikanische Notenbank Fed zwingen könnte, "das Tempo der Zinserhöhungen zu erhöhen". Cutkovic sieht aktuell aber lediglich eine Verschnaufpause und nicht den Beginn einer Korrektur: "Solange sich der Dax über dem Niveau von 12 800 Punkten halten kann, brennt auch aus charttechnischer Sicht nichts an."

Dagegen machte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets Risiken aus. "Fallende Kurse an der Wall Street und ein darauf folgender breiter Ausverkauf in Asien zwingen den Deutschen Aktienindex heute zu einer Entscheidung", warnte der Analyst. "Wenn es der Index bis zum Handelsschluss nicht schafft, sich über der Unterstützung von 12 954 Punkten zu halten, droht zunächst der Rutsch bis auf 12 700 Punkte".

Dort wäre dann die Hälfte der Gewinne aus der Sommerrally wieder aufgezehrt, die in diesem Jahr die Weihnachtsrally ersetzt haben könnte – in diesem Fall könnte der Dax laut Stanzl weiter nachgeben. "Fakt ist auf jeden Fall, dass das Durchwinken der Steuerreform im US-Senat bislang zum Verkauf genutzt wird", betonte er. "Nach einem starken Jahr nehmen einige Investoren erst einmal Gewinne mit."

Derzeit steht für den Dax ein Jahresplus von mehr als 12 Prozent zu Buche – auf dem Rekordhoch von 13 525,56 Punkten vor rund einem Monat waren es sogar fast 18 Prozent. Seit Mitte November ist das Börsenbarometer in einer Handelsspanne von 12 800 bis 13 200 Punkten gefangen./gl/la/das