WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der ATX fiel um 15,32 Punkte oder 0,46 Prozent auf 3321,72 Punkte. Nachdem er zur Eröffnung zunächst auf der Stelle getreten war, rutschte der österreichische Leitindex bereits im Verlauf des Vormittags klar in die Verlustzone und schaffte es nicht mehr aus dem roten Bereich. Das europäische Börsenumfeld verzeichnete mehrheitlich ebenfalls Kursverluste. Größere Impulse für die Aktienmärkte blieben aus. Marktbeobachter orteten eine gewisse Zurückhaltung vor der Rede des katalonischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemon.

Dieser wird erst nach Börsenschluss in Europa vor dem Regionalparlamente in Barcelona sprechen. Dem Regionalsender TV3 zufolge wird Puigdemont allerdings nicht direkt die Unabhängigkeit ausrufen, sondern das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums als Basis nehmen, das Recht Kataloniens zu begründen, schon bald die Loslösung von Spanien in die Wege leiten zu können.

Belastung für den ATX kam von einer Kursschwäche der Bankaktien Raiffeisen (minus 1,99 Prozent auf 26,05 Euro) und Erste Group (minus 0,92 Prozent auf 37,05 Euro). Ein Branchenvergleich zeigte Bankenwerte europaweit als schwächsten Sektor.

Bei den Einzelwerten in Wien stiegen die Aktien von Kapsch TrafficCom als stärkster Wert im Handelssegment Prime Market um 2,80 Prozent auf 47,25 Euro. Der Mautsystemanbieter hat sich in Bulgarien einen knapp 75 Millionen Euro schweren Auftrag gesichert.

Direkt dahinter konnten die Titel von AT&S mit plus 2,31 Prozent auf 15,50 Euro ihre massiven Vortagesgewinne noch etwas ausbauen. Am Montag hatte eine erhöhte Prognose die Titel des steirischen Leiterplattenherstellers um über 21 Prozent nach oben schießen lassen.

Weiter aufwärts ging es außerdem für die Papiere der Lenzing, die allerdings etwas moderatere 0,31 Prozent auf 131,20 Euro zugelegten und somit ebenfalls ihre Kursaufschläge vom Wochenbeginn fortsetzten. Das Unternehmen hatte am Vortag mitgeteilt, eine neue Faser auf Basis von Holz entwickelt zu haben, die vor allem für die Luxus-Modebranche gedacht ist. Die Anleger hatten dies am Montag mit einem Kursplus von 3,48 Prozent honoriert.

Sehr schwach zeigten sich hingegen die Anteilsscheine der Agrana, die 1,69 Prozent auf 107,65 Euro verloren. Für am Donnerstag anstehenden Halbjahreszahlen des Frucht-, Zucker- und Stärkekonzerns erwarten von der APA befragten Analysten im Schnitt ein Umsatzplus von 3,4 Prozent und einen deutlichen Anstieg des Nettogewinns um knapp 61 Prozent./dkm/bel/APA/men