WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse hat am Mittwoch höher geschlossen. Der ATX stieg um 13,59 Punkte oder 0,41 Prozent auf 3335,31 Punkte. Zur Wochenmitte kam der heimische Leitindex zunächst lange kaum in die Gänge. Erst im Späthandel konnte er sich klar in den grünen Bereich vorarbeiten. An den übrigen europäischen Börsen war die Stimmung verhalten, die meisten Märkte bewegten sich nur wenig. Impulse blieben weitgehend aus, erst am Abend wird das Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve veröffentlicht.

Als europaweiten Unsicherheitsfaktor nannten Marktbeobachter den anhaltenden Konflikt um die katalanische Unabhängigkeit. Kurz nach Mittag hatte sich nun der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy zu Wort gemeldet und gefordert, dass Kataloniens Regionalregierung formal klarstellen solle, ob sie die Unabhängigkeit erklärt hat oder nicht.

In Wien gerieten unterdessen die Aktien der Lenzing deutlich unter Druck und gaben als schwächster ATX-Wert um 5,45 Prozent auf 124,05 Euro nach. Die Analysten der Berenberg Bank haben ihre Anlageempfehlung von "Hold" auf "Buy" gesenkt und zudem ihr Kursziel für die Titel des Faserherstellers deutlich von 185 auf 140 Euro gekappt. Die Markterwartungen für den Gewinn im Geschäftsjahr 2018 seien zu hoch, hieß es zur Begründung.

Hingegen zogen die Anteilsscheine von AT&S als stärkster Wert im Handelssegment Prime Market um 5,16 Prozent auf 16,30 Euro an. Damit setzten sie ihren jüngsten Höhenflug fort und erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2011. Am Montag waren sie infolge einer Prognoseerhöhung um über 21 Prozent nach oben geschossen, am Dienstag hatten die Anteilsscheine des steirischen Leiterplattenherstellers dann weitere 2,31 Prozent zugelegt.

Schwächer zeigten sich die Aktien des Flughafens Wien mit einem Kursabschlag von 0,41 Prozent auf 33,70 Euro. Inklusive der Flughäfen in Malta und Kosice hat die Unternehmensgruppe in den ersten neun Monaten 2017 einen Zuwachs bei den Passagieren von 8,1 Prozent gemeldet.

Ebenfalls abwärts ging es für die Titel der Agrana, die um 0,42 Prozent tiefer bei 107,20 Euro aus dem Handel gingen. Der Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern hat einen Werksanbau eröffnet. Er investierte 80 Millionen Euro in eine Maisstärkefabrik im oberösterreichischen Aschach an der Donau. Diese wird künftig 540 000 Tonnen Mais pro Jahr verarbeiten – ein Drittel mehr als bisher. Zudem wird Agrana am morgigen Donnerstag ihre Halbjahresergebnisse veröffentlicht./dkm/sto/APA/men