WIEN (dpa-AFX) – Das erfolgreiche Börsendebüt der Addiko Bank hat an der Wiener Börse am Freitag für etwas Schwung gesorgt. Die Aktien der ehemaligen Hypo-Balkanbank schlossen im Plus. Der ATX stieg 10,06 Punkte oder 0,34 Prozent auf 3001,63 Einheiten.

"Im Handelskonflikt stehen die Signale auf Entspannung – zumindest solange Donald Trump nicht das Gegenteil twittert", schreibt Christian Apelt von der Helaba in seinem Wochenausblick. In den USA werden in der kommenden Berichtswoche neben den Einzelhandelsumsätzen sowie der Industrieproduktion regionale Stimmungsindikatoren aus dem Verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht, in Europa die ZEW-Konjunkturerwartungen, so Apelt.

Vor dem Wochenende haben deutlich besser als erwartet ausgefallene Industriedaten in der Eurozone am Donnerstagmittag für etwas Rückenwind gesorgt. Im Mai hatten die Unternehmen nach zwei Rückschlägen wieder mehr produziert. Indes sind in den USA die Erzeugerpreise im Juni etwas stärker gestiegen als erwartet.

In Wien legte die Addiko Bank einen gelungenen Börsengang hin. Nach Marinomed und Frequentis ging damit in diesem Jahr das dritte Unternehmen an die Wiener Börse. Die Papiere starteten bei 17,70 Euro im Prime Market Segment. Damit lagen sie zunächst 10,6 Prozent über dem Ausgabepreis von 16,00 Euro. Laut dem Börsenchef Christoph Boschan sei dies für 2019 der "größte Börsengang im Finanz-Bereich in ganz Europa". Am Schluss gingen sie bei 16,74 Euro aus dem Handel.

Nach ihrem Kurseinbruch am Donnerstag setzten FACC mit einem Plus von vier Prozent bei 10,63 Euro zur Erholung an. Nach einem deutlichen Ergebnisrückgang beim Startquartal waren die Aktien am Vortag um mehr als zehn Prozent auf 9,88 Euro abgesackt.

Unterdessen kamen Andritz von ihren deutlichen Vortagesverlusten zurück. Die Papiere des Maschinenherstellers legten um 3,75 Prozent zu. Hingegen bauten die Agrana-Titel ihr Minus vom Donnerstag nach schwachen Zahlen zum ersten Quartal weiter aus. Die Aktien des Zuckerkonzerns verloren 1,10 Prozent.

Die Lenzing-Aktien seien am "Scheitelpunkt eines bösen Erwachens", schreibt der Berenberg-Analyst Sebastian Bray. Mit einem Kurssinkflug von minus rund fünf Prozent auf 91,10 Euro dürfte der Moment gekommen sein. Schwache Viskosepreise und ein Verkaufsvotum der Berenberg Bank setzten die Papiere des Faserherstellers unter Druck. Das Kursziel senkten die Berenberg-Analysten von 95,00 auf 80,00 Euro./mad/ste/APA/men