NEW YORK (dpa-AFX) – Nach drei Erholungstagen sind die US-Börsen am Freitag wieder auf Talfahrt gegangen. Im US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel inzwischen wieder die Marke von 24 000 Punkten. Der weiter eskalierende Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China drückte zunehmend auf die Stimmung. Vor dem Wochenende suchten Anleger daher lieber sicherere Häfen auf und steckten ihr Geld lieber in Staatsanleihen. Sie gelten als deutlich risikoärmer als Aktien.

Der teils enttäuschende Arbeitsmarktbericht für März hingegen hatte Marktbeobachtern zufolge kaum eine Auswirkung. Auch die Rede des US-Notenbank-Präsidenten Jerome Powell in Chicago ergab nichts Neues hinsichtlich des künftigen geldpolitischen Vorgehens der Fed.

Rund zwei Stunden vor Handelsschluss sackte der Dow um 2,48 Prozent auf 23 896,17 Punkte ab. Damit wandelte sich das Wochenplus von rund einem Prozent zum Handelsauftakt nun in einen Verlust von aktuell fast einem Prozent. Für den breit gefassten S&P 500 ging es am Freitag um 2,11 Prozent auf 2606,53 Punkte nach unten. Der Nasdaq 100 verlor 2,17 Prozent auf 6451,73 Punkte.

Statt dass die USA Augenmaß walten lasse, wie am Donnerstag noch gehofft wurde, habe US-Präsident Donald Trump lieber "zum erneuten Schlag mit der Zollkeule ausgeholt", schrieb etwa Pia Ahrens von der BayernLB. Dabei verwies sie auf die Androhung zusätzlicher Strafzölle auf chinesische Warenimporte im Volumen von 100 Milliarden US-Dollar durch den US-Präsidenten. China reagierte umgehend und kündigte "umfassende Gegenmaßnahmen" an.

Am Arbeitsmarkt war der Beschäftigungszuwachs zwar hinter den Prognosen zurückgeblieben, doch zugleich entwickelte sich der Lohnanstieg wie erwartet. Thomas Altmann von QC Partners sprach daher von einer Entwicklung, die "den Geschmack vieler Anleger genau trifft". Denn "diese Kombination nimmt Druck von der Fed", sagte der Portfoliomanager mit Blick auf den Zinsanhebungskurs der US-Notenbank.

Angesichts der Sorgen um den freien Welthandel wurden konjunktursensible Aktien zwar besonders stark belastet, zuletzt konnte sich aber keine Aktie im Dow mehr im Plus halten. Die Anteile von Dow-Konzernen wie die vom Flugzeugbauer Boeing oder vom Baumaschinenhersteller Caterpillar büßten am Ende des Leitindex 3,7 und 4,1 Prozent ein.

Nachrichtlich standen vor allem die beiden Pharmaunternehmen Merck & Co und Incyte im Fokus. Sie erlitten mit einer Studie zur kombinierten Behandlung von Hauttumoren einen Rückschlag. Zu spüren bekamen dies aber vor allem die Aktien von Incyte. Während die Papiere des Riesenkonzerns Merck marktkonform um 1,8 Prozent nachgaben, brachen die der weitaus kleineren Incyte im Nasdaq-Auswahlindex um rund 20 Prozent ein.

Für Amazon ging es im selben Index um marktkonforme 2,3 Prozent nach unten. Der weltgrößte Online-Handelskonzern wird erneut öffentlich von US-Präsident Trump attackiert./ck/stk