NEW YORK (dpa-AFX) – Die Wall Street hat am Freitag ihre deutlichen Anfangsverluste im Handelsverlauf etwas eingedämmt. Als anhaltende Stimmungsbremse insbesondere an der Technologiebörse Nasdaq erwiesen sich indes die enttäuschenden Geschäftsberichte der Internet-Giganten Amazon und Alphabet . Die Erholungsrally vom Vortag blieb damit ein Strohfeuer.

Zuletzt verlor der Dow Jones Industrial noch 0,86 Prozent auf 24 769,88 Punkte. Damit steuert der US-Leitindex auf ein Wochenminus von über zweieinhalb Prozent zu. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 1,39 Prozent auf 2667,94 Punkte bergab. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte angesichts der Kursverluste der Schwergewichte Amazon und Alphabet 2,09 Prozent auf 6869,50 Zähler ein.

Am Vorabend nach Börsenschluss hatten sowohl der Online-Händler Amazon als auch die Google-Mutter Alphabet mit ihrem Quartalsumsatz enttäuscht. Amazon meldete sogar den zweiten Wachstumsrückgang in Folge. Der deutliche Gewinnanstieg versöhnte die Anleger nicht: Die Aktien sanken um siebeneinhalb Prozent. Die Alphabet-Titel verloren trotz deutlich gestiegener Erlöse und Gewinne gut zweieinhalb Prozent – Analysten hatten auf noch bessere Resultate gehofft. Die Papiere beider Unternehmen hatten allerdings am Donnerstag vor der Zahlenvorlage deutlich zugelegt.

Die ebenfalls mit Vorschuss-Lorbeeren bedachten Snap-Aktien stürzten am Freitag um 12 Prozent ab. Das Unternehmen hinter der Foto-App Snapchat hatte für das Sommerquartal einen weiteren Rückgang der Nutzerzahlen berichtet. Zudem rechnet Snap nicht mit einer raschen Trendwende.

Schlechte Nachrichten kamen aber nicht nur aus der Technologiebranche: Der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive meldete für das abgelaufene Quartal seinen ersten organischen Umsatzrückgang seit mehr als zehn Jahren. Zudem litt der Gewinn unter Kosten aus dem laufenden Sparprogramm, höheren Ausgaben für Werbung sowie Belastungen im Zuge der US-Steuerreform. Dies drückte die Aktien mit knapp sechs Prozent ins Minus.

Beim Elektroautobauer Tesla belastete ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach das FBI die Produktionsdaten des "Model 3" unter die Lupe nimmt: Die Aktien dämmten ihre vorherigen Gewinne sichtbar auf zuletzt noch gut ein halbes Prozent ein. Der reißende Absatz des vergleichsweise preisgünstigen Model 3 trug viel dazu bei, dass Tesla jüngst erstmals seit zwei Jahren über ein Quartal mit schwarzen Zahlen berichtet hatte.

Einzig Intel konnte die Anleger vor dem Wochenende mit seinen Zahlen überzeugen, was sich in einem Kursanstieg von mehr als drei Prozent und dem Dow-Spitzenplatz widerspiegelte. Der Umsatz des weltweit zweitgrößten Chipkonzerns im dritten Quartal übertraf selbst die höchste Analystenerwartung. Zudem blickt der Konzern nun auch optimistischer in die Zukunft./gl/he